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Michael Mar­ti­nel­li 
Daniel Bäck / Vi­deo­pro­duk­ti­on www.​backlight.​at

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Michael Mar­ti­nel­li 
Daniel Bäck / Vi­deo­pro­duk­ti­on www.​backlight.​at

Die La­bo­ran­tin

Ös­ter­rei­chi­sche Erst­auf­füh­rung

Ella Road
Deutsch von John Birke

Inhalt

Unsere Welt basiert auf Zahlen: mehr denn je, auch im Ge­sund­heits­sek­tor. Fit­ness­tra­cker, Bo­nus­pro­gram­me und pränatale DNA-Tests weisen in eine Zukunft mit noch höherem Einfluss von Daten. Schon heute werden in China digitale Be­wer­tungs­sys­te­me für Bürger*innen getestet, die deren re­gel­kon­for­mes Verhalten im Alltag über­prü­fen und ent­spre­chen­de Punk­te­be­wer­tun­gen vergeben, die für Kre­dit­wür­dig­keit und Woh­nungs­su­che aus­schlag­ge­bend sein sollen.

Eben diese Tendenz greift die britische Autorin Ella Road in ihrem Erst­lings­werk auf und schafft eine be­klem­men­de Ver­suchs­an­ord­nung: Die La­bo­ran­tin Bea lebt in einer Ge­sell­schaft, in der man mit schlech­ten Blut­wer­ten Schwie­rig­kei­ten hat, eine gute Ar­beits­stel­le zu finden. Blutwerte auf Da­ting-Platt­for­men sind wichtiger als ein gutes Foto: 10 ist top, 1 heißt flop. Bluttests geben Auskunft über erbliche Be­las­tun­gen, Herz­in­farkt­ri­si­ken und ge­ne­ti­sche Po­ten­zia­le. Alles wird vor­her­seh- und kon­trol­lier­bar. Wer einen niedrigen Wert hat, darf nicht studieren und wird im Notfall nicht re­ani­miert. Eine Zahl bestimmt also die be­ruf­li­che und private Zukunft. Was bedeutet es, wenn wir in einem op­ti­mier­ten Ge­sell­schafts­sys­tem die Ge­sund­heit als Steue­rungs­ele­ment nutzen?

Als Bea erfährt, dass ihre Freundin eine un­heil­ba­re erbliche Krankheit und somit einen Low-Ra­te-Sta­tus hat, lasst sie sich dazu überreden, deren Werte zu fälschen. Mit der Zeit verliert Bea ihre Skrupel und steigt groß ins Fäl­scher­ge­wer­be ein. Dass sie plötzlich viel Geld nach Hause bringt, erklärt sie ihrem Freund mit fa­den­schei­ni­gen Aus­fluch­ten. Und das ist nicht die einzige Lüge, die das Leben der La­bo­ran­tin belastet …

Roads „well-made play“ ori­en­tiert sich furcht­er­re­gend nah an unserer heutigen Ge­sell­schaft und macht umso deut­li­cher, welchen Weg wir mit dem Druck zur Leis­tungs­op­ti­mie­rung, mit dem Drang nach Vor­her­seh­bar­keit und dem Wunsch nach ewigem Leben gehen.

REGIE Anne Mulleners
BÜHNE Philipp Glanzner
KOSTÜME Kathrin Eingang
VIDEO Viktor Fellegi, Michael Hartl
SOUND­DE­SIGN Elisabeth Frauscher
DRA­MA­TUR­GIE Daniel Grünauer

BEA Daria von Loewenich
AARON Frieder Lan­gen­ber­ger
CHAR Iman Tekle
DAVID Franz Solar

SCHAU­SPIEL­HAUS AKTIV

Al­ter­s­emp­feh­lung: ab 16

Pres­se­stim­men

„Anne Mulleners in­sze­niert die Vorlage in Philipp Glanzners prak­ti­ka­bler Wür­fel-Büh­ne und mit Kathrin Eingangs viel­sa­gen­den Kostümen klassisch […]. Mit viel Emotion dabei ist das Ensemble: Daria von Loewenich, Frieder Lan­gen­ber­ger, Iman Tekle und Franz Solar sorgen mit ihren vom System auf­ge­zwun­ge­nen Le­bens­lü­gen für Unbehagen. Kein ge­müt­li­cher Thea­ter­abend, dafür ein wichtiger.“ (Kronen Zeitung / krone.​at, Michaela Reichart, 19.09.2021)

„‚Die La­bo­ran­tin‘, eine ös­ter­rei­chi­sche Erst­auf­füh­rung, wird bei seiner Premiere zur ein­neh­men­den Er­ör­te­rung einer zentralen Zu­kunfts­fra­ge. […] Die Haupt­dar­stel­ler Frieder Lan­gen­ber­ger und Daria von Loewenich […] machten die mit weißen Kuben aus­ge­stat­te­te Bühne (Philipp Glanzner) im Haus Zwei des Schau­spiel­hau­ses zu ihrer Spiel­wie­se. […] Als kluge Lösung erweisen sich Vi­deo­clips, die den Kosmos dieser hu­man­tech­no­lo­gi­schen Ordnung abstecken […].“ (Kleine Zeitung / klei­ne­zei­tung.at, Daniel Hadler, 18./19.09.2021)

„Re­gis­seu­rin Anne Mulleners machte in knappen, klaren Bildern die Kälte und Härte dieser Zu­kunfts­vi­si­on sichtbar. […] Daria von Loewenich ist als La­bo­ran­tin Bea getrieben von einer Sehnsucht nach einem guten, fi­nan­zi­ell an­spruchs­vol­len Leben und zeigt die ganze Band­brei­te von ju­gend­lich-un­be­schwer­tem Umgang mit der Täuschung bis zum Erkennen, welche Tragik ihr Leben tat­säch­lich be­herrscht. […] Dem ganzen Team ist eine un­spek­ta­ku­lä­re Auf­füh­rung mit be­klem­men­der Wirkung und langem Nachhall gelungen.“ (APA, Karin Ze­het­leit­ner, 18.09.2021)

ORT & DAUER
HAUS ZWEI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 1 Stunde 50 Minuten
PREMIERE
17. September 2021, HAUS ZWEI
Medien
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Michael Mar­ti­nel­li 
Daniel Bäck / Vi­deo­pro­duk­ti­on www.​backlight.​at